Warum ich meine Kinder nicht gleich behandele und wir das Vergleichen vermeiden sollten

Auch dieses Thema beschäftigt mich aufgrund meiner persönlichen Situation. Die Frage „Lieben wir unsere Kinder alle gleich?“ können sicher die meisten mit „Ja“ beantworten. Aber sollten wir sie auch gleich behandeln? Ich kann diese Frage für mich mit „Nein“ beantworten und zwar weil ich meine Kinder liebe. Weil ich meine Kinder so annehme wie sie sind und ihre ganz individuellen Bedürfnisse respektiere, versuche ich jedem das zu geben was er braucht. Leider wird das oft falsch verstanden. Da ist ein Baby (mittlereile Kleinkind) was sehr viel Aufmerksamkeit einfordert und sie auch bekommt, auf dem Arm getragen wird, ständig an der Brust ist, im Bett der Mutter schläft. Und wenn das Kind dann noch einen großen Bruder hat, bei dem ja alles so anders war, dann sieht man sich auf einmal mit dem Vorwurf konfrontiert, man verwöhne das eine Kind zu sehr, man klammert und man hat es zu dem anhänglichen Kind was es ist, erst gemacht. Ist das wirklich so?

Wir kommen nicht als unbeschriebenes Blatt auf die Welt. Wir alle bringen schon etwas mit, wir sind schon eine kleine Persönlichkeit und müssen es nicht erst noch werden. Wenn wir geboren werden, haben wir schon viele Erfahrungen gemacht. Oft sind wir bereits geprägt durch die Schwangerschaft und den Geschehnissen um uns herum, welche wir auch im Mutterleib mitbekommen. Auch Themen von unseren Vorfahren werden von Generation zu Generation weitergegeben und können uns in unserm späteren Denken und Fühlen beeinflussen. Daher sind Kinder selbstverständlich nicht alle gleich und vergleichbar, wenn sie auf die Welt kommen. Und haben somit auch von Natur aus ganz unterschiedliche Bedürfnisse. Genauso wie jeder Erwachsene auch.

So unkompliziert wie meine erste Schwangerschaft und Geburt war, so unkompliziert war auch mein großer Sohn als Baby (zumindest jetzt rückblickend mit zwei Kindern). Meine größte Herausforderung als Mutter war es, zu akzeptieren dass ich nicht mehr perfekt sein kann, dass ich generell nicht mehr so kann wie ich es gerne möchte und wie ich es bisher gewohnt war und wie es meistens zu sein hatte. Allerdings hat mein Sohn es mir leicht gemacht, gewisse Muster und Zwänge weiter bedienen zu können. Mein Sohn hat alles mitgemacht, mit Brei angefangen zu essen wann und wie viel ich wollte, im eigenen Bett alleine geschlafen, hat früh begonnen zu laufen und zu sprechen, hatte Null Probleme bei der Eingewöhnung mit 17 Monaten oder bei Oma und Opa zu übernachten. Es lief alles wie am Schnürchen. Und dann erwischt man sich bei dem Gedanken, dass man ja wohl seinen Beitrag dazu geleistet hat, man wohl einiges richtig gemacht hat und man möchte sich schon fast selber auf die Schulter klopfen. Aber dann kommt das zweite Kind.

So unkompliziert die Schwangerschaft und Blitzgeburt war, so kompliziert wurde alles danach. Ich dachte ich mache einfach alles so wie beim ersten Kind, wird schon klappen. Aber mein kleiner Sohn hat mich eines Besseren belehrt. Der Brei wurde monatelang kategorisch abgelehnt mit einem Gesichtsausdruck als würde ich ihn umbringen wollen, die Milchbar war 15 Monate lang ausschließlich die Brust (was sich später als Blockade im Zungenbein herausstellte, daher konnte er nicht aus der Flasche trinken), es wurde geschrien sobald ich den Raum verließ, die Babytrage war unser bester Freund, geschlafen wurde nur auf Mama oder in Mamas Bett und mit dem Krabbeln, Laufen und Sprechen hat er sich auch schwer getan. Noch heute mit 3 Jahren schläft mein Sohn nicht alleine ein, aber zumindest in seinem Bett und meistens durch. Ich war seine Hauptbezugsberson 24 Stunden rund um die Uhr. Eine Beziehung zu Papa konnte so kaum aufgebaut werden, worunter dieser verständlicherweise auch litt, was mich wiederum auch belastete, denn ich hätte es ja gern anders gehabt. Keine Mutter der Welt egal wie sehr sie ihr Kind liebt, möchte nicht auch mal Zeit für sich haben (auch wenn sie es nicht ständig erwähnt, denn man weiß ja es geht im Moment eh nicht). Ich war damals oft nervlich am Ende und hätte mir nichts sehnlicher gewünscht, als dass es ein wenig so wie bei meinem großen Sohn laufen würde. Und dass ich meinen Kleinen einfach mal für ein paar Stunden abgeben kann.

Da ist mir bewusst geworden, dass ich bei meinem großen Sohn nichts dazu beigetragen habe, dass es so gelaufen ist, wie es gelaufen ist. Ich hatte einfach nur Glück und das Universum hat mir ein Kind beschert, dessen Bedürfnisse genau zu mir passten. Aber nein, mit Glück hat das sicher nichts zu tun. Ich glaube, dass wir Eltern immer die Kinder bekommen, die wir verdienen, die Kinder an denen und mit denen wir wachsen dürfen. Die Kinder die uns den Spiegel vorhalten und uns zeigen wo unsere Lernaufgabe ist, die wir in diesem Leben noch zu bewältigen haben. Kinder suchen sich immer ihre Eltern selbst aus. Bei meinem kleinen Sohn hat sich das Universum wohl gedacht „So nicht, jetzt darf sie mal lernen loszulassen. Loslassen von starren Mustern und Regeln von übertriebenem Perfektionismus und anerzogenen Begrenzungen. Jetzt darf sie mal lernen es auszuhalten, dass etwas auch anders laufen kann als gewünscht und dass es trotzdem richtig sein kann.“

Denn genau das ist der Punkt, mein kleiner Sohn ist genauso wie er ist richtig. Es sind unsere Erwartungen, die Erwartung dass etwas genauso verläuft wie wir es gewohnt sind, was uns das Gefühl gibt da stimmt was nicht, da stimmt vielleicht auch mit meinem Kind was nicht. Aber ist es nicht eher unsere Erwartung mit der was nicht stimmt? Ist diese nicht viel zu hoch und unrealistisch? Was tut man einem Kind an, wenn man es ständig mit dem Geschwisterkind oder anderen Kindern vergleicht? Diese Frage können sich viele, die selber Geschwister haben, sicher selbst beantworten. Viele von uns haben es selbst erlebt, wie es sich anfühlt, im Schatten der Geschwister zu stehen.

Was, wenn mein Großer so gewesen wäre wie der Kleine und der Kleine womöglich so pflegeleicht wie der Große? Ja dann hätte ich es beim ersten Kind nicht anders gewusst, hätte es als normal empfunden und die Situation vielleicht anders angenommen, mit weniger Klage. Dann hätte sich mein Erstgeborener angenommener gefühlt, als es bei meinem Kleinen war. Und der Kleine wäre der Überflieger geworden. Was macht es mit einem Kind, welches zu spüren bekommt, dass es im direkten Vergleich mit dem großen Bruder schlechter abschneidet und das vielleicht nur, weil es als zweites geboren wurde und die Erwartungen der Familie unrealistisch waren?

„Vergleiche nie ein Kind mit dem anderen, sondern jedes nur mit sich selber.“ Pestalozzi

Ich habe mich von diesem Vergleichen schon längst befreit. Ich habe stets das getan was jede Mutter tun würde, die Bedürfnisse Ihrer Kinder zu stillen. Und wenn eines der Kinder aus welchen Gründen auch immer mehr Nähe und Zuneigung braucht als das andere, sei es durch ständiges Tragen auf dem Arm oder im Bett bei mir schlafen, dann ist das so. Und dann mache ich das. Es ist doch immer die Frage was wir unseren Kindern fürs Leben mitgeben wollen. Ich möchte für meine Kinder der „sichere Hafen“ sein und ihnen sowohl Urvertrauen als auch Schutz und Geborgenheit mitgeben. Ich möchte meine Kinder in ihrem Selbstbewusstsein stärken und ihnen zeigen, dass sie es mir wert sind, dass ich mich um sie kümmere. Das hat Einfluss auf das ganze spätere Leben unserer Kinder.

Beeinflusst haben mich die Äußerungen der anderen trotzdem viel zu lange. Man spürt, es ist richtig wie man handelt, aber warum fühlt es sich trotzdem schlecht an? Weil die Menschen, die einem am Nächsten stehen, es nicht verstehen können und die Kommentare einen verletzen. In mir kam oft das Gefühl hoch, ich müsste mich für meine Muttergefühle die mir die Natur aus gutem Grund mitgegeben hat, rechtfertigen. Verständnis habe ich mir damals am meisten gewünscht.

Was wäre ich denn für eine Mutter, die ihrem Kind das Bedürfnis nach Nähe versagt, nur weil ich den großen Bruder als Maßstab nehme? Wenn es um die körperliche Entwicklung eines Kindes geht, dann sind sich die meisten einig, dass es völlig normal ist, dass Kinder in unterschiedlichem Alter anfangen zu krabbeln, zu laufen, zu sprechen etc. Genau dies sollten wir unseren Kindern auch bei ihrer emotionalen Entwicklung zugestehen. Das dies oft schwierig ist, scheint am Thema Verwöhnen zu liegen.

Die Angst vorm verwöhnten Kind ist hierzulande noch immer sehr groß. Dieser Mythos ist in den Köpfen eingebrannt, besonders bei den älteren Generationen, bei unseren Eltern und Großeltern. Es hat absolut nichts mit Verwöhnen zu tun, wenn man einem Baby seine Bedürfnisse stillt. Ein Baby kann nicht mit Liebe und Fürsorge verwöhnt werden. Hierüber ist schon viel geschrieben worden. Ein besonders schöner und eindrucksvoller Artikel dem Nichts hinzufügen ist, ist dieser hier

http://www.welovefamily.at/keine-angst-kind-verwoehnen/

Klar kommt irgendwann der Moment wo man denkt „Ich kann nicht mehr“. Aber immer wenn ich versucht habe meine Grenzen zu setzen, welche mir der Verstand gesagt hat, und mein Sohn schreien lassen habe, weil er mich und nicht Papa wollte, brach es mir das Herz. Was nützen Grenzen, wenn sie sich einfach nur falsch und schlecht anfühlen? Hört auf Euer Gefühl und lasst Euch von Niemanden sagen was normal ist und was nicht, in welchem Alter ein Kind etwas können muss und was nicht oder wann ein Kind alleine klar kommen sollte. Wir sind alle einzigartig und vollkommen so wie wir sind. Wir müssen nur so gesehen werden. Wenn wir das Vollkommene nicht bei unseren Kindern sehen, werden sie es später auch nicht bei sich selbst sehen. Wir leben ständig im Vergleich zu anderen, sollten genauso klug, genauso schön, genauso erfolgreich sein wie jemand anderes. Dabei sollten wir einfach nur wir selbst sein.

Leider gibt es Menschen, die das Vollkommene in meinem Sohn nicht sehen können, weil er nicht so ist wie der große Bruder, weil es mit ihm komplizierter und anstrengender ist, weil er anhänglich und mamabezogen ist und weil sie anscheinend in dem Glauben sind ich bin dafür verantwortlich, dass sie es nicht sehen können. Vielleicht sehe ich das auch falsch, aber so kommt es bei mir an und das macht mich traurig. Noch trauriger macht es mich allerdings, dass mein Sohn dies durch Desinteresse zu spüren bekommt. Vermutlich gilt dieses Desinteresse in erster Linie mir, wird aber leider an meinen Sohn weitergegeben. Vorwürfe, ich habe ihn anhänglich gemacht und somit verhindert, dass eine Beziehung aufgebaut werden konnte, sind für mich ein Zeichen von fehlender Eigenverantwortung und sozialer Reife. Es ist nie zu spät, eine Beziehung zu jemand aufzubauen, wenn man es aus tiefstem Herzen möchte. Es liegt immer in der eigenen Verantwortung wie man sich jemand anderem gegenüber verhalten möchte. Schuldzuweisungen bringen hier Niemanden etwas, am meisten leidet das Kind darunter.

Die Beziehung zu meinen Kindern ist mir das Wichtigste. Deshalb möchte ich meine Kinder auch nicht erziehen, sondern mit ihnen in Beziehung gehen und in guter Beziehung leben. Dies bringt sowohl selbstbewusste aber auch willensstarke Kinder zum Vorschein. Leider sind Kinder, die ihren eigenen Willen entwickeln größtenteils in unserer Gesellschaft unerwünscht. Angepasste und unauffällige Kinder sind dagegen gern gesehen. Da mir bewusst geworden ist, was die herkömmliche Erziehung bei Kindern anrichten kann, möchte ich es bei meinen Kindern anders machen. Da kommt einem natürlich jede Menge Unverständnis von Außen entgegen, von Menschen die es selber ganz anders erlebt und gelebt haben. Aber genau diese Menschen sind es die diese bedingungslose Fürsorge und Zuwendung, die ich meinen Kindern geben möchte, selber als Baby und Kind am dringendsten benötigt hätten und wahrscheinlich nicht bekommen haben. Und diese nun als Erwachsener einfordern, auch von Kindern. Diese Andersartigkeit der Erziehung stellt wahrscheinlich einen wunden Punkt dar.

Wenn ich mich meinen Kindern gegenüber so verhalte wie ich mich verhalte, dann nicht deshalb weil ich Andere damit schaden oder verletzen möchte, sondern weil es für mich als Mutter mein sehnlichster Wunsch ist, den meiner Meinung nach lebenswichtigen Bedürfnis meiner Kinder nach Nähe (aber natürlich auch anderen Bedürfnissen) nachzukommen. Für die Bedürfnisse Anderer ist derjenige selbst verantwortlich. Keine Frau hat sich als Mutter etwas vorzuwerfen, wenn sie ihren Kindern das gibt, was sie am dringendsten benötigen. Und das kann bei jedem Kind etwas anderes sein.

Ich habe mittlerweile gelernt, damit umzugehen und zu akzeptieren wie es ist. Doch manchmal bekomme ich eiskalt den Rückschlag zu spüren, genau in den Momenten wo ich mir für meinen Sohn etwas anderes wünschen würde, mich aber leider machtlos fühle. Mein Sohn ist 3 Jahre und kann nicht artikulieren wie er sich fühlt. Er kann nicht sagen „Es tut mir weh zu spüren, dass Ihr meinen Bruder lieber habt als mich“ oder „Es macht mich traurig wie Ihr mich behandelt, was und wie Ihr was zu mir sagt oder was Ihr nicht sagt.“ Mein Sohn packt dieses negative Gefühl in einen kurzen Satz „Du bist doof!“ Oder er will halt nicht „Hallo“ sagen, was aber natürlich von einem gut erzogenen Kind erwartet wird. Kinder drücken ihren Unmut über etwas nun mal so aus. Fast alle Erwachsenen haben diesen Satz sicher auch schon von ihren Kindern gehört. Traurig macht es mich, wenn dieser Satz (egal wie oft er gesagt wurde) bzw. das nicht Grüßen wollen als Rechtfertigung für das Desinteresse an meinem Sohn herangezogen wird. Wie oft habe ich diesen Satz schon gehört und dann hinterfragt warum mein Kind mich doof findet, womit ich es verletzt habe und seinen Unmut auf mich gezogen habe? Oder hat es vielleicht gar nicht direkt mit mir zu tun? Dies herauszufinden ist unsere Aufgabe als Erwachsene. Auch da ist wieder unsere Eigenverantwortung gefragt, das Bewusstsein bei uns selbst die Ursache zu suchen und es nicht auf andere abzuwälzen. Es macht mich traurig zu sehen, dass die Verantwortung für eine gute Beziehung untereinander auf meinen 3 jährigen Sohn abgeschoben wird. Dafür sind immer wir Erwachsenen verantwortlich.

Da mir das Thema Eigenverantwortung so wichtig ist und ich es nicht besser sagen könnte, möchte ich an dieser Stelle ein Zitat aus einem anderen Blog von Aida S. de Rodriguez von Elternmorphose einfügen. „Es kann nicht oft genug wiederholt werden: Wir Erwachsenen tragen die Verantwortung für die Qualität der Beziehung zum Kind. Wir allein. Nicht das Kind! Wir sind gefragt, die Bedürfnisse aller (!) zu erkennen und nach einen Weg des Unden (ein sowohl als auch) zu suchen. Wir! Nicht die Kinder! Weil sie es nicht können. Und, weil es genau unsere Aufgabe und Verantwortung ist.“

Doch was, wenn wir als Erwachsener dieser Verantwortung nicht nachkommen können? Weil wir selbst so viel Schmerz, Leid und Traumen aus der Kindheit und Erziehung in uns tragen, unser inneres verletztes Kind nach Aufmerksamkeit schreit und wir ständig in einem Mangelgefühl und der Opferrolle leben? Dann sind wir nicht in der Lage auf uns zu schauen und zu reflektieren. Es würde zu sehr weh tun, die Wahrheit würde zu sehr schmerzen. Alles nur nicht allein sein mit uns und unserem Schmerz. Aus unserer Opferrolle heraus werden wir zum Täter, schlagen blind vor Wut um uns und verletzten unsere Mitmenschen mit unseren Worten und Taten, alles natürlich im festen Glauben, dass wir im Recht sind, denn die Anderen sind ja Schuld an unserem Leid. Wir sind ständig in Aktion, bloß keine Langeweile und Stille in uns aufkommen lassen. Wir geben uns stark und unverwundbar, glauben aufgesetzte Fröhlichkeit lässt uns glücklich wirken. Wir sind immer auf der Suche im Außen und bei Anderen nach der Befriedigung unserer Bedürfnisse und werden nur noch unzufriedener, denn wir suchen an der falschen Stelle. Wir begreifen nicht, dass wir nur ernten können, was wir säen. Wir begreifen nicht, dass wir die Lösung all unserer Probleme nur in uns selbst finden können, indem wir endlich anfangen in guter Beziehung zu uns selbst zu sein.

„Egal wohin du reist, egal wohin du ziehst, du nimmst dich immer selber mit.“

Jeder trägt sein Schicksal selbst, aber eben nur sein eigenes. Und jedem ist sein eigenes Schicksal zumutbar, aber eben nur sein eigenes. Wir dürfen es nicht zulassen, dass unsere Kinder unser Schicksal mittragen, dass wir unseren Schmerz an ihnen weitergeben. Ein erster Schritt aus diesem Teufelskreis herauszukommen, ist die Bewusstwerdung. Die Bewusstwerdung, dass es unser Problem ist und wir die Verantwortung dafür tragen, die Bewusstwerdung, dass es Wege gibt, sich von diesen Mustern, Blockaden und sogenannten familiären Verstrickungen zu lösen, dass es Wege gibt, sich mit seinem inneren verletzen Kind auszusöhnen.

Ich bin mir bewusst, dass es für manche Menschen unglaublich schwer ist, aufgrund ihrer Vergangenheit ihrer Eigenverantwortung nachzukommen. Und ich weiß, dass hier Verständnis am angebrachtesten sein sollte sowie es nicht persönlich zu nehmen. Denn letztendlich ist dieses Verhalten nur die Reflexion der Beziehung zu sich selbst. Ein Sowohl als Auch Denken sollte hier für gegenseitiges Verständnis sorgen. Denn die Sicht des Anderen ist durchaus richtig, aus seiner Sicht. Aber es ist nur die Sicht des Einen. Es gibt aber auch noch viele andere Sichtweisen, die der Anderen, die deshalb nicht falsch sind.

Es gibt diesen schönen Spruch „Liebe mich, wenn ich es am wenigsten verdient habe.“ Oder in abgewandelter Form auch schon gehört „Umarme mich, wenn ich es am wenigsten verdient habe.“ Es ist nur so verdammt schwer gerade den Menschen Verständnis, Liebe oder eine Umarmung entgegenzubringen von denen man sich selber nichts sehnlicher wünscht als verstanden, akzeptiert und umarmt zu werden. Wenn dann noch das Verhalten dem eigenen Kind gegenüber einen so sehr traurig macht, macht es das nicht einfacher.

Die Situation belastet mich emotional sicher nicht nur deshalb, weil es sich um mein Kind handelt. Ich brauche gar nicht so weit schauen, um meinen Gefühlen auf den Grund zu gehen. Auch ich kann hier bei mir selbst und meiner Kindheit anfangen. Auch ich kenne es, verglichen zu werden. Nur in meinem Fall hat meistens mein Bruder den Kürzeren gezogen. Das habe ich als Kind zwar oft gespürt und es tat mir leid. Aber ich wusste nicht was ich als Kind da ausrichten sollte. Mit zunehmendem Alter habe ich dann auch mal meine Meinung geäußert. Und heute mit meinem Wissen und dem Bewusstsein eines Erwachsenen empfinde ich es nochmal auf einer ganz anderen Ebene als einschneidend und negativ prägend. Vielleicht fühle ich mich deshalb von meiner jetzigen Situation bzw. dem Verhalten meiner Mitmenschen so getriggert. Auch ich habe noch einen Weg vor mir, einen Weg auf dem ich lernen darf mit meinen Gefühlen so umzugehen, dass sie mich und vor allem die Beziehung zu anderen Menschen nicht negativ beeinflussen.

Ich liebe meine Kinder über alles und bin stolz auf sie so wie sie sind. Wer sich nicht die Mühe machen möchte (oder momentan leider nicht kann) meinen Sohn besser kennenzulernen, wird auch nie erkennen was in ihm steckt, was für ein lebensfrohes, glückliches, feinfühliges, emphatisches, aufgewecktes, einen zum Lachen bringendes, einfach nur liebenswertes Geschöpf er ist.

Und das obwohl er so anders ist als sein Bruder!

In diesem Sinne, werde dir bewusst und folge deinem Herzen!

Deine Carina

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