Wenn’s mal wieder anders kommt als vorher gedacht

Heute möchte ich dir gern etwas aus der Praxis erzählen. Genauer gesagt, was passieren kann, wenn du deinem Gefühl vertraust, wenn du dich führen lässt, annimmst was gerade ist und einfach alles auf dich zukommen lässt.

Und wieder mal ist es die wundervolle Begegnung mit einem Menschen gewesen, welche mir diese Erfahrung beschert hat. Es geht um eine liebe Klientin, bei welcher ich bereits bei unserer ersten Begegnung vor einem halben Jahr gespürt habe, dass sie mehr als das ist. Inge kann bereits auf 80 Jahre Erfahrung zurückblicken, hat aber eine Ausstrahlung und einen Geist der einer 40 jährigen oder Jüngeren gleicht. Sie ist für mich Vorbild und Inspiration in einem. Sie ist für mich der lebende Beweis, dass Alter keine Rolle spielt, dass es nie zu spät ist, sein Leben bewusster zu leben, dass persönliches Wachstum nie endet und dass das Alter nichts mit altern zu tun haben muss. Aber vor allem, dass für mich eine erfüllende Begegnung nicht vom Alter oder dem Aussehen der anderen Person abhängt, sondern wie sehr unser Geist miteinander verbunden ist.

Wir haben uns auf Anhieb super verstanden, es entstand rasch ein vertrautes Gefühl und ein inspirierender Austausch. Es kristallisierte sich schnell heraus, dass wir uns öfters sehen möchten, zum Austausch, aber auch zum gegenseitigen Behandeln. Mittlerweile haben wir uns ein paar Mal getroffen und ich bin vor ein paar Wochen in den Genuss einer unbeschreiblichen Fußmassage gekommen. Noch nie zuvor habe ich erlebt, dass sich jemand so hingebungs- und liebevoll den Füßen gewidmet hat. Und dann auch noch meinen, als wäre es das kostbarste der Welt was sie zwischen ihren Händen halten darf. Es war mir natürlich ein Bedürfnis, ihr dies in irgendeiner Form zurückzugeben.

Und so war Inge vor ein paar Tagen bei mir und ich war dran. Ein akutes Problem oder größeres Thema gab es bei Inge momentan nicht. Nur der Wunsch, vielleicht weiter an ihrer Herzöffnung zu arbeiten. Daher wollten wir uns beide überraschen lassen, was sich spontan zeigt. Aber natürlich war ich auf alles vorbereitet: Innerwise, Emotioncode, Imago, Innere Kind Arbeit, Arbeit mit Impulskarten. Und selbstverständlich hatte ich nicht vergessen, vorher beim Universum um eine für uns beide zufriedenstellende und erfüllende Begegnung und Behandlung zu bitten 😉

Als Inge zu mir kam, waren wir schnell wieder in einem wohltuenden Redefluss. Inge berichtete mir von einem Erlebnis, welches sie beflügelte und ihr Vertrauen stärkte. Obwohl wir beide das Gespräch genossen, entschlossen wir uns mal langsam dem zu widmen, weshalb wir uns schließlich getroffen haben. Und so ging es ab auf die Liege. Meine erste Frage die ich stelle ist immer, ob wir überhaupt heute miteinander arbeiten dürfen. Dabei frage ich nicht den Klienten selbst, sondern sein Unterbewusstsein. Denn das weiß am besten was gerade richtig und gut ist. Mit Hilfe des Armlängentests (ein kinesiologischer Muskeltest) kann ich mit dem Unterbewusstsein kommunizieren. Wie erwartet, war hier die Antwort ein Ja. Nach ein paar weiteren Standardfragen hatte ich den Impuls, mit dem Emotioncode weiter zu machen. Hierbei geht es darum, eingeschlossene Emotionen, welche wir im Laufe unseres Lebens durch belastende  Ereignisse ansammeln und mit uns rumschleppen, wieder aufzulösen.

Es dauerte allerdings nicht lange und meine anfängliche Sicherheit kam ins Schwanken, denn ich war zunehmend irritiert von meinen widersprüchlichen Testergebnissen. Irgendwas stimmte nicht, das spürte ich sehr rasch. Aber mir war nicht klar was los ist. Bin ich aus meiner Mitte und brauche vielleicht etwas? Braucht Inge vielleicht was und fühlt sich gerade nicht wohl? Ist es die Hintergrundmusik die irritiert? Mir blieb nichts anderes übrig als ihr zu sagen, dass ich leider gerade nicht weiterkomme. Und dann testetet ich auch noch, dass wir nicht mehr weiter machen dürfen. Ich fragte, ob es an mir liegt – Nein. Ich fragte, ob es an Inge liegt – erst ein Ja, später dann ein Nein. Ich war verwirrt. Zu allem Überfluss meldeten sich dann auch noch Gedanken, die bei mir Schuldgefühle hervorriefen. Ich möchte sie doch so gern behandeln, ich möchte mich doch revanchieren und ihr was Gutes tun, sie ist doch jetzt extra deshalb zu mir gekommen, ich möchte sie doch jetzt nicht enttäuschen und so wieder nach Hause gehen lassen.

Als ich Inge offen erklärte, dass ich sie leider im Moment nicht weiter behandeln darf, habe ich uns beiden die Möglichkeit gegeben, gemeinsam die Lösung zu finden. Ich fragte zunächst Inges Unterbewusstsein, ob sie denn überhaupt eine Behandlung für notwendig hält. Es kam ein Nein. Inge und ich haben uns dann gegenseitig unsere Impulse ausgetauscht und am Ende war alles so klar.

Ja, wir durften beide miteinander arbeiten, aber nicht so wie ich es mir vorgestellt bzw. vorgenommen hatte. Inge war gerade zufrieden, hatte wie erwähnt ein bereicherndes Erlebnis und war gerade so voller Inspiration, die sie so gerne weitergeben mochte, genauso wie ich. Ihr war gerade gar nicht danach, in irgendwelchen Themen rumzubohren und diese hochzuholen. Außerdem war sie gerade auch gar nicht in Nehmerlaune (auch wenn sie dran gewesen wäre). Im Gegenteil, sie wollte gerade viel lieber geben. Das wäre auf der Liege nicht so gut möglich gewesen wie in einem inspirierenden Gespräch mit mir. Genau dieses Gespräch war es was wir Anfangs bereits hatten und dann abgebrochen haben, weil der Verstand uns ja sagte, wir sind zum Behandeln hier.

Da durfte mir mal wieder bewusst werden, dass manchmal ein tiefgehendes und berührendes Gespräch die beste Behandlung für einen Menschen sein kann. Und dass es nicht mein Verstand ist, der entscheidet womit ich dem anderen was Gutes tun kann. Auch für mich fühlte es sich so viel schöner und stimmiger an, als wir uns einfach wieder hinsetzten und da weiter machten, wo wir vorher erst gar nicht hätten aufhören sollen, wenn uns der Verstand nicht dazu gebracht hätte.

Es war für uns beide so wundervoll wieder zu spüren, was geschehen kann, wenn wir unserem Gefühl nachgehen. Wenn wir nicht an vorgefertigten Vorstellungen festhalten. Wenn wir vertrauen, dass es gerade so wie es ist richtig ist, auch wenn wir es im ersten Moment nicht verstehen (der Verstand ist es, der nicht versteht, unser Gefühl weiß allerdings schon längst Bescheid). Und wenn ich dann in der glücklichen Lage bin, mir mit meinem Verstand  erschließen zu können, was mein Gefühl mir sagen möchte, ist das für mich immer ein sehr befriedigender und erfüllender Moment.

Wir wollten beide vom Verstand her etwas anderes, hatten uns etwas anderes vorgenommen. Aber es war nicht das, was in diesem Moment das Richtige für uns beide gewesen wäre. Das hatten wir nämlich schon längst – ein tolles Gespräch, in welchem wir beide sowohl der Geber als auch der Nehmer sein durften. Ein Gespräch, in welchem wir uns gegenseitig inspirieren durften. Und hey, was hätte besser als das zu der von Inge gewünschten Herzöffnung beitragen können? Da wir das nicht erkannten, hat unser beider Unterbewusstsein für irritierende Testergebnisse und somit einer unzufriedenstellenden Behandlung gesorgt.

Und dabei herausgekommen ist eine erfüllende und bereichernde Begegnung für uns beide, so wie ich es mir gewünscht hatte. Nur halt ganz anders als von mir gedacht. Tja, manchmal hat das Leben mit uns Dinge vor, die sich der Verstand so niemals überlegen würde. Macht also Sinn, im richtigen Moment den Verstand auszuschalten und dem Gefühl zu vertrauen.

Ich danke dem Universum für die vielen Fügungen und die Führung. Und ich danke mir, dass ich diese Führung mehr und mehr annehmen, ihr vertrauen und folgen kann und damit immer mehr positive Fügungen in meinem Leben erfahren darf.

Ich danke Inge für all das was sie schafft in mir hervorzuholen, wenn wir uns begegnen.

Und ich danke dir, falls du es geschafft hast, bis hierhin zu lesen 😉

In diesem Sinne, wünsche ich auch dir viele Momente in denen du dem kleinen Kompass in deinem Herzen folgst.

Deine Carina

 

 


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